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Marcel Wolf, Mitglied der Gemeindevertretung Niedergörsdorf, Fraktion Die Linke

Die neue ist die alte Bürgermeisterin

privat
Gemeindeverwaltung Niedergörsdorf
Das Foto zeigt die Front des Gebäudes der Gemeindeverwaltung Niedergörsdorf in Niedergörsdorf.

Mit 89 Prozent der Stimmen wurde Doreen Boßdorf (parteilos, angetreten für die Bürgergemeinschaft der Gemeinde Niedergörsdorf) am 23. August 2026 für weitere acht Jahre zur Bürgermeisterin von Niedergörsdorf gewählt, ohne Gegenkandidatur, aber mit erreichtem Quorum. Die neue Amtszeit beginnt offiziell im Januar 2027. Grund genug, einen Blick auf Frau Boßdorfs Pläne zu werfen und zu fragen, wo unsere Fraktion sie unterstützt und wo wir kritisch bleiben.

Im Ortsteil Altes Lager will die Bürgermeisterin das Areal am Bahnhof entwickeln, eine Mischung aus Wohnraum, Kleingewerbe, Verwaltung sowie Räumen für Jugend und Gemeinschaft; auch das dortige Gewerbegebiet soll weiter ausgebaut werden. Beim Ausbau erneuerbarer Energien bekennt sich Frau Boßdorf zu einer „kontrollierten" Entwicklung, bei der die Gemeinde aktiv steuert und einen Ausgleich zwischen Interessen der Bürger*innen und Investor*innen herstellt. Für die Mobilität in den 22 Ortsteilen plant die Bürgermeisterin ein Rufbusangebot als Ergänzung zum Linienverkehr sowie einen ehrenamtlichen Fahrservice. Angesichts der angespannten Haushaltslage verspricht sie sparsames Wirtschaften, konsequente Nutzung von Fördermitteln und klare Prioritäten. Wichtig sind ihr zudem Wohnraum für junge Familien, ein guter Lebensabend für Ältere sowie der Erhalt aller Kita-Standorte und Investitionen in den Schulstandort.

Wo unterstützt unsere Fraktion: In sozialen Anliegen trifft sich Frau Boßdorfs Kurs mit unseren eigenen Forderungen: Bildungschancen, der Erhalt von Kita- und Schulstandorten sowie sozial gerechte, lokale Energiekonzepte sind seit Jahren unsere Themen. Auch den Ansatz, den Ausbau erneuerbarer Energien nicht allein den Investor*innen zu überlassen, sondern Interessen der Bürger*innen aktiv einzubringen, unterstützen wir. Hier bleiben wir Treiber in der Gemeindevertretung.

Wo bleiben wir kritisch: Ein Fahrservice auf Ehrenamtsbasis kann eine verlässliche, öffentlich finanzierte Anbindung der Dörfer nicht ersetzen, gerade für Menschen ohne eigenes Auto. Bei der „angespannten Haushaltslage" werden wir genau hinschauen, dass Sparzwang nicht zulasten sozialer Infrastruktur geht. Und bei der Flächenentwicklung am Bahnhof Altes Lager pochen wir darauf, dass bezahlbarer Wohnraum nicht zur Randnotiz neben Gewerbe wird.

Wir wünschen Doreen Boßdorf für die neue Amtszeit gutes Gelingen und bleiben konstruktiv-kritische Begleitung in Niedergörsdorf.