Zurück zur Startseite
12. Februar 2009

Straßenumbenennung in Niedergörsdorf

Klaus Pollmann fragt die Fraktion DIE LINKE in der Gemeindevertreterversammlung Niedergörsdorf:

Im Amtsblatt der Gemeinde Niedergörsdorf vom 06.02.09 ist eine öffentliche Bekanntmachung zu Straßenumbenennungen abgedruckt.
 
Der Umbenennung von Straßen, die in der Gemeinde mit ihren Ortsteilen mehrfach vorkommen, kann ich einen gewissen Pragmatismus nicht absprechen.
Aus der veröffentlichten Liste mit den vielen Dorfstraßen springt mir aber ein Straßenname sofort ins Auge, weil er so völlig aus der in der Presse verkündeten Zielrichtung der Vereinfachung der täglichen Arbeit von SMH-Einsatzkräften, Paketboten und Navigationssystemen herausfällt: Die Karl-Marx-Straße in Altes Lager. Diese soll in Lessingweg umbenannt werden.
 
Warum nun dies? Den Lessingweg gibt es schon in Altes Lager. Dieser wird nun mit einem Knick in der Landschaft versehen und verlängert.
 
Nun habe ich nichts gegen den wichtigsten deutschen Dichter der Aufklärung. Aber dass dem Vorwärtsdenker Gotthold Ephraim ein so jäher Abzweig nach Rechts bei der Verlängerung seines Weges gefallen hätte, darf bezweifelt werden. Die gradlinige Verlängerung seines Weges soll weiterhin Hohlweg heißen. Passt das? Führt dies nicht zu Verwirrungen bei SMH-Einsatzkräften, Paketboten und Navigationssystemen?

Warum hat man in Zeiten der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise keinen Platz für eine nach einem Kritiker der klassischen Nationalökonomie benannten Straße?

Edeltraut Liese, Fraktion DIE LINKE, Niedergörsdorf antwortet:

Die Fraktion DIE LINKE hat zunächst Kritik geäußert, weil die Gemeinden zur Umsetzung eines schlechten Gesetzes „gezwungen“ sind. Die Ortsteile wurden einfach vergessen und damit kommen sie nicht mehr vor. Es musste also eine Lösung gefunden werden, die die Ortsteilnamen überflüssig machen ohne die Identität des Ortes aufzugeben. Das allein schien schon ein unmögliches Unterfangen. 

Unsere Fraktion hat der Vorlage in der GVV Niedergörsdorf nicht zugestimmt. Auch wenn jetzt aus bekannten Gründen doppelte Straßennahmen wegfallen müssen, hätte der Beschluss nicht so durchgepeitscht werden müssen. Die Bürgerinnen und Bürger wurden bei der Straßenumbenennung nicht einbezogen, es fand keine Einwohnerversammlung statt. So darf eine Gemeinde mit seinen Einwohnern nicht umgehen!