3. Juni 2010

Presseerklärung zur Skateanlage

Die Stadt Jüterbog hat die besondere Gelegenheit mit Hilfe von Fördermitteln für die Jugendlichen eine Skateanlage zu errichten. Ohne diese Fördermittel wäre das nicht möglich gewesen, da das die finanzielle Lage der Stadt nicht hergibt.
Es ist richtig, dass das Problem seit ca. fünf Jahren besteht und genau das müssen sich alle Bürger einmal auf der Zunge zergehen lassen. Seit fünf Jahren kämpfen hier Jugendliche um ihr Objekt. Zwischenzeitlich ist zwar das Interesse ein wenig eingeschlafen, dennoch wurde es immer im Auge behalten.

Es ist richtig, dass die Stadtverwaltung zunächst mit den Jugendlichen und ihrem Sozialarbeiter Herrn Lehmann Standorte gesucht haben, die für die Jugendlichen in Frage kämen. Das ist doch aber ganz legitim. Jeder andere würde doch auch erst ernsthaft ein Grundstück suchen, wenn er weiß, dass er die finanziellen Mittel dazu hat. Die Jugendlichen wollen diesen Platz nutzen und vor allem für sich annehmen. Hinzu kommt, dass bisher nicht klar war, dass wir die Fördermittel jemals bekommen. Jetzt haben wir als Stadt jedoch den Bescheid und es wurden Fristen gesetzt. Fakt ist, der Standort muss dieses Jahr bebaut werden, sonst ist das Projekt gestorben.

Es ist nicht nachzuvollziehen, warum so viele Stadtverordnete  unbedingt den Standort an der Skatearena wollen. In der Stadtverordnetenversammlung wurde völlig aneinander vorbeigeredet.
Es geht hier nicht um eine Touristenattraktion, auch wenn sich die Stadt Jüterbog den Tourismus auf die Fahne geschrieben hat, sondern um ein städtisches Freizeitobjekt für die Jugendlichen unserer Stadt, die unsere Schulen besuchen, die unsere Freizeitobjekte nutzen und die sich eben nicht außerhalb der Stadt aufhalten wollen, sondern ihre Stadt mögen.
Wir können ein kleines bisschen die Angst der Anwohner vom Waldauer Weg verstehen, möchten  aber an die Anwohner appellieren, den Jugendlichen ihr Vertrauen zu schenken. Die Stadt hat mit Herrn Lehmann einen Sozialarbeiter, der intensiv mit den Jugendlichen zusammenarbeitet. Selbst die Polizei hat engen Kontakt zu den Jugendlichen. Wie oft hören wir, dass unsere Jugendlichen zu dick sind, dass sie vor dem Fernseher oder der Playstation „verblöden“, dass sie nur noch Gewaltvideos gucken u.s.w.

Hier wollen Jugendliche unserer Stadt lediglich in ihrer Freizeit friedlich und vor allem gemeinschaftlich mit ihrem Skateboard fahren. Wir sollten doch auch einmal stolz auf unsere Jugendlichen sein.

Im Übrigen besteht Jüterbog nicht nur aus der Stadt, sondern es gehören noch viele Ortsteile dazu. Auch diese Jugendlichen besuchen unsere Schulen. Sie  müssen bereits täglich sehr früh aufstehen, um mit dem Bus zur Schule zu fahren. Im Waldauer Weg hätten sie die Möglichkeit in fünf Minuten an ihrem Skateplatz zu sein und könnten gemütlich mit dem letzten Bus nach Hause fahren. Bis zur Skateareana könnte keiner dieser Jugendlichen fahren, da sie sonst nicht mehr mit dem Bus nach Hausen kämen.

Dass die Jugendlichen von der Stadtverordnetenversammlung so nach Hause geschickt wurden, ist unserer Fraktion unangenehm und peinlich und wir haben uns als Gremium lächerlich gemacht. Mit dem Antrag von Frau Rückert, die beiden anderen Standorte (hinter der Schollschule und Skatearena) innerhalb von vierzehn Tagen noch einmal zu prüfen, was im übrigen kaum machbar ist, haben wir wieder kostbare Zeit verschwendet und vor allem haben  wir unseren Jugendlichen wieder ein Stück Hoffnung von ihrem Traum genommen.
Wir werden  in der nächsten Stadtverordnetenversammlung für den Standort stimmen, den die Jugendlichen wollen, das hat für uns oberste Priorität. Denn nur ein solcher Standort wird auch angenommen werden.

Katrin  Jung
für die Fraktion
DIE LINKE